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Ramakien

in der Galerie des Wat Phra Kaeo

Einführung

 

 

Thailändische Kunst kann nur derjenige verstehen, der auch ihren Inhalt kennt.
Diese Erfahrung haben wir schon sehr oft machen müssen. Insbesondere trifft diese Behauptung auf die Gemälde im Phra Rabieng des Wat Phra Kaeo in Bangkok zu, die sicherlich jeder Tourist schon einmal bestaunt hat.
 

 

 

 

Das Ramakien ist die thailändische Version des Ramayana, des großen Hindu-Epos, welches für ganz Südost-Asien von großem Einfluß auf Religion, Kunst, Kultur und auf das geistige Leben im Allgemeinen gewesen ist. Das Ramayana (Sanskrit für „Ramas Taten“) ist eine epische Dichtung von Liebe und Treue und vom Sieg des Guten über das Böse.
 

 

Es gibt vom Ramayana unzählige Fassungen. Es wurde wahrscheinlich vor etwa 2000 Jahren von dem indischen Waisen Valmiki geshrieben. Heute ist es selbst in Gebieten wie Tibet, Nepal und Turkestan, bis hinunter nach Thailand, Laos und Indonesien bekannt. Es gibt es vielerlei lokale Fassungen, um sie den Bedürfnissen und Gegebenheiten der Umgebung anzupassen. Sie sind daher zu Bestandteilen der lokalen Traditionen und Kulturen geworden.
 

 

Die erste komplett erhaltene Fassung des thailändischen Ramakien geht zurück auf König Rama I., dem Gründer der heute noch amtierenden Chakri-Dynastie und Erbauer von Bangkok. Er hat sie von 1785 bis 1805 in Versform niedergeschrieben, sie gelten als bedeutendes Werk der thailändischen Literatur. Die Wandgemälde im Wat Phra Kaeo wurden anhand dieser Verse geschaffen. Auf kleinen Tafeln an den Säulen gegenüber der einzelnen Gemälde ist das Original aufgeschrieben, so daß ein jeder der Geschichte folgen kann - äh - dazu sollte man allerdings schon Thailändisch können....
 

 

Die Malerei

Die Wandmalereien sollen ja angeblich auch schon vom König Rama I. in Auftrag gegeben worden sein. Allerdings sind unsere Quellen nicht so ganz eindeutig. Nach M.C. Subhadradis Diskul wurden die ersten Malereien noch zur Regierungszeit von Rama I. begonnen. Aber da er sein Epos Ramakian erst 1807 beendete, also 2 Jahre vor seinem Tode, wurden sie bestimmt nicht während seiner Regierung fertiggestellt. Auch Prof. Naengnoi Suksri erwähnt nur in einem Nebensatz, dass sie von Rama I. in Auftrag gegeben wurden. Jean Boisselier widmet in seinem Wälzer "Malerei In Thailand" dem Ramakian zwar ein ganzes Kapitel, sagt aber zu der Malerei im Wat Phra Kaeo nur so viel: "Diese Malereien, die hervorragend gewesen sein müssen, wurden leider bei verschiedenen Restaurierungen entstellt, indem man Abtönungen und Schattenspiele aus der westlichen Malerei, die nicht zur Thai-Malerei passen, übernahm."

Matthias Stiefel, der sich von "Sawasdi Tantisuk, Vorsteher der Bangkok School of Fine Arts" beraten ließ, schreibt: "Die Wandgemälde des Wat Phra Kaeo wurden unter König Rama III. von vielen Künstlern, die aus allen Teilen des Königreiches gekommen waren, in jahrzehntelanger Arbeit gemalt." (Damit wird dann wahrscheinlich die erste große Restaurierung gemeint sein?) Und weiter: "Da sie jedoch traditionelle Temperafarben verwendet hatten, zerfielen die Gemälde unter der zerstörerischen Wirkung des feuchten Klimas rasch, und sie mußten unter König Rama IV. Mongkut als auch unter Rama V. Chulalongkorn restauriert werden. Zum 100. Jahrestag der Gründung Bangkoks und der heutigen Chakri-Dynastie, im Jahr 1882, befand sich die ganze Gemäldefolge wieder in ausgezeichnetem Zustand. Ein halbes Jahrhundert später waren die Gemälde jedoch bereits wieder so sehr zerfallen, daß König Rama VII. im Jahre 1927 eine grundlegende Restaurierung anordnen mußte. Sie dauerte 5 Jahre und wurde von etwa 70 Künstlern unter der Leitung von Phra Theva Pinimitr ausgeführt. ... Doch die erneut in alter Temperatechnik und mit Erd- und Mineralfarben ausgrführten Gemälde fielen bald wiederum der hohen Luftfeuchtigkeit zum Opfer. So haben die Restaurationsarbeiten seither nie aufgehört." Auch in diesem Bändchen wird darauf hingewiesen, dass "die wiederholten Restaurationsarbeiten den Gemälden stellenweise schwer geschadet" haben, da "immer neue, teilweise unerfahrene Künstler die alten Szenen frei neu übermalten". Auch machten sich in vermehrtem Maße europäische Stileinflüsse bemerkbar, wie dreidimenionale Perspektiven und Schattierungen wurden eingeführt, die traditionellen Farben wurden durch chemische Farben ersetzt.

Nebenbei bemerkt: es gibt "nebenan" im Wat Phra Chetuphon (auch als Wat Pho bekannt) ebenfalls eine Darstellung des Ramakian, aber als Flachrelief ausgeführt, kaum zu bemerken, außen an der Kamphaeng Kaeo um den Ubosot. Sehenswert, wenn man weiß, wo man kucken muss!

 

 

 

 

 

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Quellen die ich benutzt habe:

  • Claudia Schmölders (Übers.): Ramayana. Diederichs Gelbe Reihe, Köln 1981 ISBN 3-424-00745-5
  • Nidda Hongvivan: The Story of Ramakien. Sangdad Publishing, Bangkok 2004. ISBN 974-7588-35-8
  • M.C. Subhadradis Diskul: The Ramakian (Ramayana) Mural Paitings along the Galleries of the Temple of the Emerald Buddha, Bangkok 1982
  • Naengnoi Suksri, The Grand Palace, Bangkok. River Books, Bangkok 1999, ISBN 0-500-97479-9
  • Jean Boisselier: Malerei In Thailand. Verlag W.Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002521-X
  • Lan Phuong, Matthias Stiefel: Ramakien, der Kampf der Götter, Helden und Dämonen. Hallwag Verlag, Bern/Stuttgart 1977, ISBN 3-444-51061-6
 

 

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Letzte Aktualisierung dieser Seite: Dienstag, 01.01.2013 

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