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Prinz Mongkut

Reformer des Buddhismus

 

 

Die Vorgeschichte

  Prinz Mongkut wurde 1804 geboren. Er war ein Enkel von König Rama I., dem Begründer der Chakri-Dynastie, und ein Sohn von König Rama II., der im Jahre 1807 zum König von Siam gekrönt wurde.

Mongkut als Mönch  Im Alter von 20 Jahren wurde er, wie es die Tradition verlangte, im Wat Samorai (wörtlich „das Kloster mit den Ankersteinen“) zum Mönch ordiniert. Wat Samorai heißt heute Wat Rajadivasa und liegt am Ufer des Chao Phraya nahe der National-Bibliothek, also sozusagen mitten in Bangkok. Damals jedoch war die Hauptstadt viel kleiner, das Kloster befand sich weit entfernt vom Zentrum in einem Waldstück. Hier, unter den sog. Waldmönchen, lernte Mongkut zu meditieren, einen Prozess, der den Buddha selber dazu befähigte, die Erleuchtung zu erlangen. Um seine Übungen immer weiter zu perfektionieren, besuchte er andere Klöster und ließ sich von den größten Meistern in alle Geheimnisse der Meditation einweihen.

  Dennoch war er mit den Ergebnissen nicht vollständig zufrieden, denn niemand konnte ihm den Hintergrund erklären, warum die Meditation so und nicht anders gelehrt wurde. Daher beschloß Prinz Mongkut, um die Original-Texte in den Tipitaka selber studieren zu können, die Pali-Sprache zu lernen.
 

 

 

Lehr- und Wanderjahre

  Am Sanam Luang, zwischen Königspalast und dem Wang Na, dem Palast des Uparatcha lag der Tempel der Heiligen Reliquie, Wat Mahathat. Prinz Mongkut hatte hier im Alter von 14 Jahren bereits sieben Monate als Novize verbracht. Jetzt kehrte er hierher zurück, um die alten Schriften zu studieren. Bereits nach drei Jahren konnte er die Abschlussprüfung für das Pali-Examen, welche auf Veranlassung seines Halbbruders König Rama III. öffentlich abgehalten wurde, mit Auszeichnung bestehen.

 

 

  Das Studium des Pali-Kanon zeigte Prinz Mongkut die Diskrepanz zwischen den alten Schriften und der alltäglichen Praxis. Er sah, daß der siamesische Mönchsorden nur ein trauriges Abbild darstellte von der engagierten Gemeinschaft, die der Buddha selbst organisiert hatte, um seine Lehre weiterzutragen. Die alten Vorschriften wurden nur mehr mechanisch angewandt, die Disziplin war lax, es gab sogar korrupte Mönche, nur wenige interessierten sich für eine wissenschaftliche Weiterbildung, die Meditation wurde nur gelernt, um übernatürliche Kräfte zu erlangen. Man würde heute sagen, er war ziemlich frustriert. Er befürchtete sogar, daß seine Ordination ungültig war, denn die direkte Ordinationsline bis zurück zu den Zeiten des Buddha war durch den Fall der alten Hauptstadt Ayutthaya unterbrochen worden. Er schwor, er würde aus dem Orden austreten, wenn er nicht ein Zeichen sehen würde, wie er sich weiter verhalten solle.

 

 

  Kurz darauf traf Prinz Mongkut den Abt des Klosters Wat Bowon Mongkhon nahe Bangkok. Dieser Abt war ein Mon, eine Volksgruppe, die vor nicht langer Zeit aus ihrer Heimat in Burma vertrieben worden war und in Thailand eine neue Bleibe gefunden hatte. Dieser Abt war eine Autorität auf dem Gebiet der Doktrin und der Disziplin. Mongkut lernte, daß die Mon auf eine ununterbrochene Ordinationsline zurückblicken konnten und daß sie die Regeln buddhistischer Praxis, wie sie im Vinaya beschrieben sind, strikt beachteten.

 

 

  Der Prinz war davon so beeindruckt, daß er beschloß, sich ebenso strikt an die Regeln zu halten, selbst solche Kleinigkeiten zu beachten, wie die korrekte Aussprache der Pali-Sutren. Zurück im Wat Samorai ließ er sich erneut zum Mönch ordinieren, wobei er zuerst eine korrekte Umgebung schaffte (er ließ ein Floß bauen, das er am Ufer des Chao Phraya Flusses vor dem Kloster festmachte) und die Regeln des Vinaya Wort für Wort befolgte. Er konnte eine kleine Zahl Gleichgesinnter um sich scharen, die jetzt alle wie er die Mönchsrobe im Stil der Mon-Mönche trugen.

 

 

  Er sah außerdem, daß es nicht damit getan war, nur das Böse zu vermeiden. Ein Mönch müsse vielmehr ein Vorbild sein an Tugend und Güte, Weisheit und Gelehrsamkeit. Er muß nicht nur seine Mitmönche, sondern auch die Laien fortwährend in ihrem Kampf gegen Begierde, Bosheit und Unwissenheit unterstützen.

 

 

  Eine der Gewohnheiten des frühen Buddhismus gefiel dem Prinzen besonders: ausgedehnte Pilger-Wanderungen durchs ganze Land, um die buddhistische Lehre überall zu verbreiten. Das war kein ganz einfaches Unterfangen, zu Zeiten als es noch kein Telefon, ja noch nicht einmal Straßen gab. Er reiste zu Fuß oder mit einem Ruderboot, alleine oder in kleinen Gruppen, und es gab kein äußeres Zeichen, das den Prinzen von anderen Mönchen unterschied. Er wanderte von Dorf zu Dorf, um mit den örtlichen Mönchen Ideen zu diskutieren, oder den Dorfbewohnern in einfachen Worten die buddhistischen Lehre zu erläutern. Er besuchte oft die alte Hauptstadt Ayutthaya. Er entdeckte im tiefen Dschungel das alte Heiligtum Phra Pathom Chedi, welches er später als König restaurieren ließ. Er kam sogar bis nach Sukhothai, wo er in den Ruinen des Wat Mahathat die Stein-Stele entdeckte, auf der König Ram Kamheng die Erfindung der Thai-Schrift bekanntgab.
 

 

 

Die Thammayut Glaubensgemeinschaft

  König Rama III. war von den Fortschritten Prinz Mongkuts sehr erfreut. Er entschied daher, seinem Halbbruder ein eigenes Kloster zu geben. Er wählte dazu den Wat Bowornives aus, den „Tempel der ausgezeichneten Wohnstatt“, der gerade leer stand. Am 11. Januar 1837 konnte Prinz Mongkut mit einer vom König initiierten Zeremonie als frisch ernannter Abt seine neue Residenz beziehen. Die kleine Gruppe seiner Mitstreiter aus dem Wat Samorai schlossen sich ihm an. Sie bildeten nun den Kern einer neuen Bewegung, die letztendlich den gesamten Sangha erneuern sollte. Sie nannten sich Thammayut Nikaya, die „Gruppe derer, die sich strikt an das Dhamma halten“, im Gegensatz zur Mahanikai, der „Großen Glaubensgemeinschaft“.

 

 

  Die Thammayut-Mönche verwarfen alle Zeremonien, die nur noch aus alter Gewohnheit durchgeführt wurden, aber keine Grundlage im Pali-Kanon hatten. Sie legten die Uposatha-Tage neu fest aufgrund der wirklichen Phasen des Mondes und nicht nach einem althergebrachten Kalender. Sie sahen die Jataka (Geburts-Geschichten), die von den letzten 550 Leben des Buddha erzählen, als reine Folklore an. Auch die Vorstellung von Himmel und Hölle, wie sie in dem alten Text Traiphum Phra Ruang seit Jahrhunderten gelesen wurde, lehnten sie als Aberglauben ab.

 

 

  Thammayut-Mönche essen nur ein einziges Mahl am Tag, und auch nur das, was sie auf ihrer morgendlichen Runde in ihre Mönchs-Schalen gelegt bekommen.

 

 

  Von den Thammayut-Mönchen wurde erwartet, daß sie die Sutren auch verstanden, die sie rezitierten. Prinz Mongkut richtete dazu eine eigene Pali-Schule in seinem Kloster ein. Unglücklicherweise waren die Texte, mit denen sie arbeiteten, zum Teil unvollständig, da sie bei der Zerstörung Ayutthayas ein Raub der Flammen geworden waren, oder im Laufe der Zeit unlesbar geworden. So sandte Prinz Mongkut im Jahre 1843 eine Mission nach Ceylon. Nach einem Jahr kehrte sie zurück und brachte neben 40 Bänden von buddhistischen Schriften eine Gruppe sinhalesischer Mönche und Laien mit. Die 40 Bände und die Diskussionen mit den Ceylonesen legten den Grundstein für eine Revision der thailändischen Tipitaka, welche nach 10 Jahren beendet wurde.

 

 

  Auf Wunsch des Königs wurde begonnen, den kompletten Pali-Kanon in die thailändische Sprache zu übersetzen. Es dauerte allerdings eine sehr lange Zeit, bevor auch dieses Unternehmen abgeschlossen werden konnte.

 

 

Symbol von König Mongkut, Rama IV.  Nicht zuletzt aufgrund eines Abtes von königlicher Herkunft und der ausdrückliche Duldung von König Rama III. machten den Thammayut-Orden bald sehr bekannt. Fünf weitere Klöster schlossen sich der Bewegung an, und auch in den Mahanikai-Klöstern wurde über eine Verbesserung der augenblicklichen Situation nachgedacht. Als der König im Jahre 1851 starb, wurde Prinz Mongkut von seinem Amt als Abt abberufen, und am 15. Mai um 7.30 Uhr in einer grandiosen Zeremonie als Phra Chom Klao (Rama IV.) zum König von Siam gekrönt. Während seiner Zeit als König hatte er den Thammayut-Orden gegenüber den Mahanikai nie bevorzugt, aber er unterstütze ihn wo er nur konnte.

 

 

  Obwohl sich heute die Thammayut-Mönche noch immer in der Minderzahl befinden - das Verhältnis Mahanikai zu Thammayut ist etwa 35:1 - bekannten sich doch eine Reihe hochverehrter Mönche zu dieser Glaubensgemeinschaft, z. B. Phra Ajaan Sao Kantasilo Mahathera (1861-1941) und Phra Ajaan Mun Bhuridatta (1870-1949). Auch der derzeitige Supreme Patriarch of Thailand, Somdet Phra Nyanasamvara Suvaddhan gehört dem Thammayut-Orden an.
 
 

 

 

Quellen, die ich benutzt habe:
  • King Mongkut of Siam von A.B. Griswold, The Asia Society Inc., 1961
  • Buddhadasa's Movement, Dissertation von Suchira Payulpitack, Fakultät f. Soziologie, Uni Bielefeld 1992
 

 

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Letzte Aktualisierung dieser Seite: Dienstag, 01.01.2013 

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